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Gedenktafel für Euthanasieopfer Jenas in den Rathausarkaden enthüllt

Gedenktafel für Euthanasieopfer Jenas in den Rathausarkaden enthüllt  ©JenaKultur
Gedenktafel für Euthanasieopfer Jenas in den Rathausarkaden enthüllt  ©JenaKultur

Gestern Mittag (1. September 2019) wurde im Rahmen einer würdigen Gedenkveranstaltung unter hoher Anteilnahme der anwesenden Gäste eine Erinnerungstafel für die Jenaer Euthanasieopfer in den Rathausarkaden durch den Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche enthüllt.

Die Tafel widmet sich den in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten kranken und behinderten Menschen aus Jena, die in den Jahren 1940 und 1941 im Rahmen der Aktion T4 zumeist in der NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein der verbrecherischen Rassenpolitik des NS-Regimes zum Opfer fielen.
Der Arbeitskreis "Sprechende Vergangenheit" – eine kleine Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen – ist Initiator zur Aufarbeitung dieses bisher eher vergessenen Menschheitsverbrechens. Namentlich Dr. Gisela Horn, Marie-Elisabeth Sander und Heidrun Gehlmann - mit der organisatorischen Unterstützung durch Dr. Wolfgang Rug - ist es zu verdanken, dass die Ermordung schutzbefohlener Patienten im lokalen Rahmen unserer Stadt erforscht wurde und die Opfer benennbar gemacht werden können. Sie recherchierten die Namen von 60 früheren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die damals in den Tod geschickt wurden, die meisten über die Landesanstalten Blankenhain und Stadtroda, über die "Verlegung in die Zwischenanstalt Zschadraß" und von dort in die zur Tötungsanstalt umgewidmete Anstalt Pirna-Sonnenstein. Diese Namen mit den dazu gehörigen Lebensdaten sind auf der Tafel aufgeführt.

Der Termin der Einweihung war bewusst gewählt: Am 1. September vor 80 Jahren fand der Überfall auf Polen statt. Damit begann der Zweite Weltkrieg. Es ist der Tag, an dem auch die Legitimierung von Krankentötungen durch Adolf Hitler persönlich erteilt wird mit dem Beginn des Aufbaus der Mordorganisation gegen Kranke und Behinderte unter dem Decknamen "T4" (für die Adresse Tiergartenstraße 4, wo die Berliner Zentrale untergebracht war). Beides hängt zusammen. Diesem Mordprogramm sind in den Jahren 1940 bis 1941 etwa 70.000 Menschen zum Opfer gefallen, Kranke, Behinderte, Unangepasste.
Das ist jedoch nur ein Teil der mehr als 200.000 Ermordeten, die "Stille Euthanasie" in den Kliniken und Landesanstalten, durch Aushungerung, Todesspritzen, tödlicher Medikation ging bis zum Kriegsende weiter. Und dazu mehr als 400.000 Zwangssterilisationen. Alles wurde begründet durch rasseideologische und pseudowissenschaftliche Argumentationen, durchsetzbar durch einen totalitären Machtapparat.
NS-Verbrechen sind auch in Jena verübt worden oder durch Zuarbeit von Jenaer Fachleuten, Wissenschaftlern, Verwaltungsangehörigen. Dazu zählen: die Vertreibung der jüdischen Mitbürger, die Rasseindoktrination an der Friedrich-Schiller-Universität, die Beteiligung an den Zwangssterilisierungen, die "Stille Euthanasie" in Kliniken, das Jenaer Polizeibataillon 310 und seine Mordspuren im Osten, Tausende von Zwangsarbeitern in der hiesigen Industrie und Verwaltung, der letzte Todesmarsch aus Buchenwald hier durch unsere Stadt.
Aus dieser schwer belasteten Mittäterschaft hat die Stadt Jena Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen und hat sie mit Entschiedenheit übernommen. Es ist ein beständiges Anliegen, die Erinnerung daran wachzuhalten und an die nachwachsenden Menschen in Jena weiterzuvermitteln. Aus dieser Aufgabe heraus erwuchsen in den letzten knapp 10 Jahren im Rahmen der Erarbeitung eines städtischen Gedenkkonzeptes zur Auseinandersetzung mit der lokalen NS-Geschichte unter dem Thema "Gedenken, Erinnern, Aufarbeiten" bereits solche Aktivitäten wie:

  • die Erarbeitung eines Gedenk- und Totenbuches, welches den Jenaer Opfern von Verfolgung, Zwangsarbeit und Holocaust, 1933 bis Ende 1945, gewidmet ist.
  • die Errichtung einer Gedenk- und Informationsstele in der Löbstedter Straße 56, welche zum einen an Jenaer Juden erinnert, die auf Geheiß des Jenaer Oberbürgermeisters nahe des Standorts interniert worden waren, und zum anderen das Areal des KZ-Außenlagers "RAW Jena" markiert, das von der Deutschen Reichsbahn zur Zwangsarbeit von Buchenwald-Häftlingen eingerichtet wurde.
  • die Erarbeitung eines Studienbandes "Nationalsozialistische Lager und ihre Nachgeschichte in der Stadtregion Jena" zur NS-Kommunalpolitik und Zwangsarbeit in Jena

Ein besonders nachhaltig wirkendes Projekt ist die Verlegung von bis dato 41 Stolpersteinen nach der Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig, die zu Ehren von jüdischen Opfern der NS-Zeit in den Gehweg vor den ehemaligen Wohnstätten jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingelassen wurden.

Hingewiesen soll an dieser Stelle auf die Podiumsdiskussion "Die vielen Gesichter des Ernst Haeckel". Eine "vorläufige Bilanz" am 3. September 2019 um 19 Uhr im Rathaus, Markt 1. Die Nationalsozialisten beriefen sich in ihrer Rassenpolitik und bei der Begründung "rassenhygienischer" Maßnahmen unter anderem auch auf den Jenaer Zoologen und Evolutionsbiologen Ernst Haeckel, dem die Städtischen Museen Jena aus Anlass seines 100.Todestages eine Ausstellung unter dem Titel "Haeckel on stage in Jena" noch bis zum 8. September widmet.
Die auf dem Podium diskutierenden Gäste Prof. Dr. Christina Bach, Prof. Dr. Martin Fischer, Prof. Dr. Uwe Hoßfeld und Dr. Susanne Zimmermann stellen sich solchen – berechtigt oder unberechtigten – Fragen wie:

  • Muss der 1919 verstorbene Wissenschaftler als Vorläufer der NS-Ideologie angesehen werden?
  • Was bleibt von seinem Werk als Forscher, als Anreger der Künste, als Bürger der Stadt Jena?

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