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Aufruf und öffentliche Einladung

Netzwerktreffen zur Konzeption, Koordination und Vorbereitung des Symposiums „Sie kamen von hier. Eine stadtgesellschaftliche Verständigung“ (AT) in Jena.

NSU-Mahnmal mit den Namen und Todesdaten der Opfer des Terror-Trios. Aufgestellt von und vor der JG Stadtmitte in der Johannisstraße Jena NSU-Mahnmal vor der JG Stadtmitte ©JenaKultur

Die Stadt Jena möchte anlässlich mehrerer trauriger Jubiläen im kommenden Jahr die Auseinandersetzung, Aufarbeitung und den Umgang mit rechtem Terror des sog. „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ intensivieren. Im Rahmen eines vielschichtigen Prozesses und über das Jahr verteilter Veranstaltungsreihen soll eine möglichst breite Einbindung der Jenaer Bevölkerung gelingen. Zu diesem Anlass soll nicht nur ein öffentliches Symposium – initiiert von Stadt, Universität und Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – veranstaltet werden, sondern das Symposium selbst soll von einer Vielzahl an Personen und Initiativen gestaltet und durchgeführt werden.

Aufruf:

Die Stadt Jena, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft laden alle interessierten Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen zu einem im Juni 2021 stattfindendes Symposium ein, das sich mit Jena in der Zeit beschäftigt, in der das Kern-Trio des NSU-Komplexes in Jena aufwuchs und sich radikalisierte. Hier lernten Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe und ihr Netzwerk den Rassismus, hier wurden sie Teil einer neonazistischen Jugendsubkultur, begangen erste Straftaten, verbreiteten Antisemitismus, verfolgten und verletzten Andersdenkende und Migrant*innen, platzierten eine Bombenattrappe vor dem Theaterhaus und begaben sich von Jena aus auf ihre mörderischen Streifzüge durch Deutschland.

Der Jugendclub Hugo in Jena-Winzerla, in dem sich das NSU-Trio kennenlernte Der Jugendclub Hugo in Jena-Winzerla, in dem sich das NSU-Trio kennenlernte ©Quelle: Wikimedia, Autor: Reise Reise (CC BY-SA 4.0)

All das geschah nicht im luftleeren Raum und auch nur zum Teil im Verborgenen. Die Aufarbeitung und dieses Symposium als ein Meilenstein können nur gelingen, wenn eine breite stadtgesellschaftliche Partizipation erreicht wird. Die Initiatoren würden sich deswegen freuen, wenn Interessierte am Netzwerktreffen im Oktober 2020 in Jena teilnehmen. Bitte schicken Sie an jenakultur@jena.de eine Nachricht, wenn Sie sich aktiv – mit einem Projekt oder einer Veranstaltung – in das Symposium einbringen möchten und an diesem Treffen teilnehmen möchten. Aufgrund der pandemiebedingten Auflagen ist die Teilnehmer*innen-Zahl leider begrenzt, es wird um rechtzeitige Antwort gebeten.

Hintergrund:

Demonstration zum NSU-Prozess in München Demonstration zum NSU-Prozess in München, 13. April 2013 ©Quelle: flickr.com, Autor: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag (CC BY-NC 2.0)

Im Kalenderjahr 2021 jähren sich mehrere Ereignisse, die ihre Aktualität nicht verloren haben. Es ist das Ziel der Stadt Jena, mit vielen Partner*innen 20 Jahre nach dem mörderischsten Jahr des NSU und 10 Jahre nach seinem öffentlichen Bekanntwerden, die historischen Wurzeln und die stadtgesellschaftliche sowie -politische Verantwortung in Jena in der Zeit zwischen der zweiten Hälfte der 1980er Jahre und dem Abtauchen der Terroristen 1999/2000 zu untersuchen und auf dem Weg einer diskursiven Auseinandersetzung zu einer neuen städtischen Gedenkkultur, einer wachsenden Sensibilität gegenüber den Betroffenen von Ausgrenzung, Hass und Gewalt sowie weiterführenden Formen des Engagements gegen Rassismus und Rechtsradikalisierung zu gelangen.
Zu diesem Prozess der Aufarbeitung soll das Symposium mit dem Arbeitstitel "Sie kamen von hier" im Juni 2021 beitragen. Es soll von einer Vielfalt an Initiativen, Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen vorbereitet und durchgeführt werden, um eine möglichst breite Beteiligung an einem die gesamte Stadtgesellschaft betreffenden Thema zu erreichen. Konzipiert ist es als kompakter Zeitraum von vier Tagen (9. - 12. Juni 2021) mit Beiträgen aus Stadtpolitik und Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft, und vor allem unter stetiger Berücksichtigung (post)migrantischer Perspektiven und Diskriminierungserfahrungen.

Das Projekt wird initiiert von der Stadt Jena, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.

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