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Ort
Historisches Rathaus, Plenarsaal
Markt 1
07743 Jena

Zehnter Tag der Stadtgeschichte

Politik & Stadtgesellschaft, Wissenschaft & Bildung

Das Wandgemälde von Siegfried Winderlich im Plenarsaal des Jenaer Rathauses | ©JenaKultur, Fotograf Ch. Häcker
Das Wandgemälde von Siegfried Winderlich im Plenarsaal des Jenaer Rathauses | ©JenaKultur, Fotograf Ch. Häcker
Samstag, 24.10.2020 , 10:00 Uhr, Historisches Rathaus, Plenarsaal
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Zehnter Tag der Stadtgeschichte

Jena 1945: Endkriegsverbrechen – Besetzung – Wiedereröffnung der Universität

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Auch in Jena schwiegen seit dem 8./9. Mai 1945 die Waffen. Eine ungewisse Zukunft zwischen Hoffen und Bangen lag vor den Bewohner*innen der Stadt, die am 13. April von amerikanischen Truppen vollständig besetzt worden war. Die deutsche Zivilbevölkerung stand noch unter dem „Schock der Gewalt“, den die verheerenden Bombenangriffe im Frühjahr 1945, aber auch brutale Verbrechen des Jenaer Volkssturms bzw. der Polizei/SS in den letzten Kriegstagen ausgelöst haben.

Daran erinnert der Zehnte Tag der Stadtgeschichte am 24. Oktober 2020 im Plenarsaal des Rathauses. Die Veranstaltung beginnt 10.00 Uhr. Geplant sind zwei Gesprächsrunden von jeweils max. zwei Stunden Dauer, die durch eine einstündige Pause unterbrochen werden, um die Lüftung des Raumes und Desinfektionsmaßnahmen zu gewährleisten. Der „rote Faden“ beider Diskussionsrunden besteht in der Gegenüberstellung von abgesicherten Fakten über die Ereignisse in den ersten Nachkriegsmonaten auf der einen Seite und Fiktionen, Legenden und Mythen auf der anderen Seite, die erst zu einem späteren Zeitpunkt entstanden und in variabler Form bis heute im lokalen Gedächtnis nachwirken.

10:00 Uhr: "Amerikanisches Intermezzo"

Der erste Themenblock hinterfragt den Umgang der amerikanischen Besatzungsmacht mit den Besiegten unmittelbar nach dem Einmarsch der US-Truppen. Der vielfach ausgewiesene Militärhistoriker Jürgen Möller, Winkelhaid, stellt eingangs die Besetzung Ostthüringens, die Verhandlungen kommunaler Vertreter über eine Kapitulation Jenas und die ersten Maßnahmen der Military Government dar, gestützt auf Foto- und Filmaufnahmen. In der Diskussion wird die strittige Frage aufgeworfen, ob die Stadtverwaltung tatsächlich vor den amerikanischen Kampfeinheiten kapitulierte oder nicht.

13.00 Uhr: "Beschluss zur Wiedereröffnung der Universität"

Die zweite Gesprächsrunde stellt zunächst auf der Basis belastbarer Quellen harte Fakten zum Besuch Walter Ulbrichts Anfang Juli 1945 in Jena vor. Der spätere SED- und Staatschef reiste im Gefolge sowjetischer Diplomaten durch Thüringen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Dabei besprach er sich auch mit Professoren der Universität Jena und dem geschäftsführenden Rektor Friedrich Zucker. Hier liegen die Ursprünge jener heroisierenden Legende der DDR-Geschichtserzählung, wonach Ulbricht diese Beratung einberufen, geleitet und damit eine grundlegende Erneuerung im deutschen Hochschulwesen initiiert habe. Darüber hinaus wird der Streit um das Wandgemälde im Plenarsaal „Der Beschluß zur Wiedereröffnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena“ von Siegfried Winderlich aufgegriffen, der nach 1990 entbrannte und als ein Fallbeispiel für den postsozialistischen Umgang mit DDR-Auftragskunst diskutiert werden soll. Unter diesem Monumentalgemälde wurde eine kleine Tafel mit Erläuterungen und Anmerkungen zur Ulbricht-Legende angebracht, die aus Anlass des Tages der Stadtgeschichte von JenaKultur erneuert wird.

Teilnahme und Streaming-Angebote

Zum diesjährigen Tag der Stadtgeschichte ist eine Voranmeldung unabdingbar, nachdem entsprechende Einladungen ergingen. Alle Gäste müssen während der Dauer dieser Veranstaltung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Auf der Grundlage des vom Veranstalter ausgearbeiteten und vom Fachdienst Gesundheit der Stadt bestätigten Infektionsschutz-Konzepts ist es erforderlich, dem Veranstalter den Namen, Vornamen und die Telefonnummer bzw. Postadresse zu übermitteln. Der Teilnehmerkreis ist verpflichtet, das ausgelegte Infektionsschutzkonzept zur Kenntnis zu nehmen und dies durch Unterschrift in der Anwesenheitsliste zu bestätigen.

Kontakt:
Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz
ruediger.stutz@jena.de

Eingedenk der sehr begrenzten Teilnehmerzahl wird einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit eingeräumt, die Veranstaltung online zu verfolgen. JenaTV überträgt die beiden Diskussionsrunden per Live Stream auf der Webseite der Stadt Jena und auf der JenaKultur Facebook-Seite und am 25. Oktober um 14 Uhr als Aufzeichnung im Fernsehen.

Veranstaltungsort
Historisches Rathaus, Plenarsaal
Markt 1
07743 Jena

Veranstalter
JenaKultur

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