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07743 Jena

Stadthistorik
Dr. Jenny Price
Tel. +49 3641 49-8007
Fax +49 3641 49-8005
jenny.price@jena.de

Werkleitung 
Friedrun Vollmer
Carsten Müller 
Jana Gründig

Programm 14. Tag der Stadtgeschichte

alte Fotoaufnahme mit Blicka uf die Johannisstraße und Stadtkirche, zeigt: Alte Universitätsbibliothek Jena  ©Stadtmuseum Jena
Modell vom alten Stadttor Jenas, dem Neutor  ©JenaKultur, C. Häcker

Der 14. Tag der Stadtgeschichte am 14. März 2025 widmet sich unter dem Motto "Erinnerungsräume: Jenas verschwundene Bauwerke" dem baulichen Erbe der Stadt Jena.

Es erwarten Sie Vorträge, Diskussionen, Stadtrundgänge, Führungen und Workshops – kostenfrei und ohne Anmeldung!

Hier finden Sie das gesamte Programm:

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2

Eröffnung
  • Johannes Schleußner, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur & Sport
  • Friedrun Vollmer, Werkleiterin von JenaKultur
  • Friedrun Vollmer, Violine
  • Helga Assing, Klavier
Einführung

Dr. Jenny Price, Stadthistorikerin

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Moderation: Teresa Thieme & Christian Kühn, Stadtmuseum Jena

Schiller in Jena. Verschwundene Orte seines Wirkens
Historisches Bild vom Griesbachschen Haus Jena Das Griesbachsche Haus am Löbdergraben, wo Schiller von 1795 bis 1799 zur Miete wohnte ©Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dr. Sven Schlotter, Schillers Gartenhaus

Fast zehn Jahre hat Friedrich Schiller in Jena verbracht, so lange wie nirgendwo sonst. Hier wird er nach unsteten Wanderjahren sesshaft und gründet eine Familie, hier ist er als Universitätslehrer tätig und verfasst im Austausch mit Goethe wesentliche Teile seines Werkes. Doch wer heute einen Stadtrundgang auf den Spuren Schillers plant, wird feststellen müssen, dass wichtige Stätten seines Wirkens nicht mehr vorhanden sind. Das gilt insbesondere für die drei Häuser in der inneren Stadt, in denen Schiller zwischen 1789 und 1799 zur Miete wohnte. Noch kurz vor Ende des Krieges sind sie im Februar/März 1945 durch Bombenangriffe zerstört worden. Der Vortrag möchte die Erinnerung an diese „verlorenen“ Plätze wachrufen, indem er sie mit Schlüsselereignissen aus Schillers Biographie verknüpft.

Die Goethesche Sternwarte im Schillerschen Garten
Modell der Sternwarte am Schiller Gartenhaus in Jena Die Sternwarte am Schiller Gartenhaus, Modell und Foto: ©Reinhard E. Schielicke, Jena

Dr. Reinhard E. Schielicke, p.A. Astrophysikalisches Institut und Universitäts-Sternwarte Jena

Astronomie war an der Universität Jena seit ihrer Gründung kontinuierlich vertreten, die Orte für die Beobachtungen sind seit Erhard Weigels Berufung 1653 bekannt. Allerdings war der Beobachtungsturm auf dem Torgebäude des Collegium Jenense nach fast 100 Jahren am Ende des 18. Jahrhunderts baufällig, als neuer Platz ist "ein Ort vor den Toren der Stadt auf einem kleinen Hügel gelegen" erwählt worden: Der ehemalige Schillersche Garten. Die Sternwarte wurde als Anbau an das Gartenhaus aufgeführt und unter den Direktoren Karl Dietrich von Münchow, Friedrich Posselt und Ludwig Schrön bis 1875 betrieben. Ernst Abbe hat das Haus als sein Wohnhaus mit dem Sternwartenanbau erneuern und erweitern und 1889 - nach dem Bau des neuen Sternwartengebäudes im Süden des Gartens - den alten Anbau abreißen lassen.

Zu den Anfängen der Tierarzneyschule in Jena
Historisches Foto von einem efeuberankten Haus Die Tierarzneyschule ©Stadtmuseum Jena

Prof. Dr. Uwe Hoßfeld & Dr. Enrico Paust, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ilja Streit & Enzo Manzano, Digitus Art GmbH

Im Jahre 1816 wurde Theobald Renner zum ersten Direktor der neu eröffneten „Thierarzneyschule“ in Jena am Heinrichsberg berufen. Diese war zunächst Bestandteil der „unmittelbaren“ Anstalten für Wissenschaft und Kunst im Großherzogtum Sachsen-Weimar und Eisenach. Gleich im Wintersemester 1816-17 eröffnete Renner seine Vorlesungen. Die Schule selbst konnte erst „mit dem Anfange des Jahres 1817 wegen Verzögerung des Ankaufes des Locales (so im Original) eröffnet werden“. Die Schule bestand aus einem Wohnhaus mit Auditorium, mehreren Ställen, einer Scheune und einem zur Grasnutzung geeigneten Garten. Außer dem Direktor waren in der Schule noch ein Prosektor, ein Lehrschmied sowie ein Aufseher über das Inventarium tätig. 

Bis 1843 wurden hier Tierärzte ausgebildet. Die Sammlung von Präparaten pathologischer Besonderheiten gelangte später in das heutige Museum für Haustierkunde „Julius Kühn“ in Halle. Es ging aber auch um die Ausbildung der Studenten der Kameralistik, später der Landwirtschaft. Die Vorlesungen wurden von Ökonomen und Tierärzten besucht. Wie sich die Schule entwickelte, warum es erst vor wenigen Jahren zum Abriss kam und wie das historische Gebäude digital gesichert wurde berichtet dieses interdisziplinäre Team aus Jena und Weimar.

Beginn am Haupteingang der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Stadtrundgang mit Dr. Gisela Horn, Arbeitskreis Sprechende Vergangenheit

Heute verschwunden sind das Kaufhaus Behrendt am Markt 17, die Säuglings- und Kinderstation von Marion Teutenberg-Peters am Löbdergraben 25, die Klinik von Erich und Marita Bergmann am Löbdergraben 27, die Wäsche- und Konfektionsgeschäfte der Familie Zamory in der Saalstraße. Auch die Wohnung des Stadtinspektors Korte in der Rathausgasse 1 ist nicht mehr auffindbar. Was mit den Häusern, vor allem aber was mit ihren Bewohnern geschah, das soll eine Stadtführung im Zentrum von Jena erhellen.

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Beginn am Eingang Schillergäßchen
Platzrundgang mit Kristian Philler

Historisches Bild vom Theatervorplatz Jena Kolorierter Stich nach Max Hunger ©Sammlung Philler

Kulturarena – Konzerte, Filmabende und Theater unter freiem Himmel prägen das Bild. Dass hier einmal ein dicht bebautes Vorstadtviertel lag, ist kaum noch vorstellbar. Der Platz gehörte zur südlichen Vorstadt »Zweifelbach«, einem geschäftigen Bereich entlang alter Wege und zweier Wasserläufe. Später entstand hier das Gasthaus "Zum Gelben / Goldenen Engel", dessen Garten eine Theaterbühne erhielt. 1922 modernisierte Walter Gropius das Haus – prächtige Bauhaus-Architektur! Doch bereits 1948 wurde der vom Krieg verschonte Bau verändert und seiner kubistischen Gestalt beraubt. In den 1970er Jahren prägte der »Gockelgrill« das Areal und große Pläne für ein repräsentatives »Schiller-Theater« kursierten. Historische Gebäude mussten weichen, 1987 folgte der Abriss des Zuschauerhauses – doch die Visionen blieben Papier. Manche Zeichnungen immerhin sehr kunstvoll. Aus der Leerstelle entstand schließlich Neues: Seit 1992 wird die Freifläche jährlich zur Kulturarena. Die Führung zeigt den Wandel des Areals und Rainald Grebe darf auch nicht fehlen …

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Beginn am Haupteingang der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Spaziergang zum alten Rechenzentrum und zur Ziegelmühle mit Fridtjof Florian Dossin, Institut für Graue Energie e. V.

Der Rundgang wirft einen Blick auf noch bestehende Gebäude in Jenas Innenstadt, deren Zukunft im Moment ungewiss ist. Jena ist noch heute eine Industriestadt und hat neuen Stadtentwicklungen schon immer mit großzügiger Hand Freiraum eingeräumt, auch wenn dies den Abbruch bestehender Gebäude nach sich zog. Spätestens seit 1990 umfasst dies auch Gebäude, die selbst Teil der Industrialisierung der Stadt waren. 
Während die produktive Funktion der Ziegelmühle – auch wegen des fehlenden Schornsteins – heute kaum noch zu erkennen ist, zeugt das Gebäude dennoch von der vorindustriellen Warenproduktion durch Nutzung der Leutra am Rande von Jenas Innenstadt. Im Gegensatz dazu steht das Rechenzentrum für den Beginn der Digitalisierung Jenas. Es beherbergte seit Anfang der 1970er Jahre den Großrechner Robotron R300 für die Friedrich-Schiller-Universität Jena und wird die Funktion als deren zentrales Rechenzentrum erst in naher Zukunft endgültig verlieren. Beide Gebäude stehen nicht unbedingt in der Öffentlichkeit unserer Stadt und sind auch wenig repräsentativ. Gemeinsam wollen wir jedoch über ihren möglichen Wert für die Jenaer Stadtgeschichte diskutieren. 

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Moderation: Constanze Mann, Stadtarchiv Jena

Der Löbdergraben in Jena
Historisches Foto vom Holzmarkt Jena Der Holzmarkt mit Blick zum Löbdergraben 1937 ©Stadtmuseum Jena

Urbane Veränderungen in Gestalt und Funktion in den letzten 400 Jahren

Birgitt Hellmann, Verein für Jenaer Stadt- und Universitätsgeschichte e. V.

Der Vortrag zeigt an Hand von Grafiken und Fotografien bauliche Veränderungen des oberen und unteren Löbdergrabens vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 

Am Beispiel einzelner Standorte werden funktionale Veränderungen in den beiden Straßen sichtbar.

Verschwundene Anlagen der Jenaer Straßenbahn
Historisches Foto von Straßenbahnen in Jena Die Straßenbahn an der Papiermühle, MEK Jena 49 e. V. ©Klaus Reichenbach

Konrad Spath

Die geschichtliche Entwicklung unseres Nahverkehrsbetriebes beginnt 1898 mit dem Angebot der Berliner Bank an die Stadt zum Bau eines E-Werkes und einer Straßenbahn. Vor nunmehr 125 Jahren ging am 6. April 1901 die erste Linie in Betrieb. In der Folgezeit haben Umbauten, Stilllegungen und Erweiterungen das Netz bereits in den ersten Jahrzehnten verändert. Aus der historischen Innenstadt verschwand die Bahn bereits nach 8 Jahren, der Holzmarkt wurde zentraler Nahverkehrsknoten und ist es bis heute.

Später wuchs das Netz auf 20,3 km Länge, um dann seit 1963 auf knapp 12 km zu schrumpfen. Heute fahren 5 Linien auf über 26 km und die Straßenbahn - ergänzt durch ein dichtes Busnetz - hat eine gesicherte Zukunft.

 Wir wollen Blick auf diejenigen Bereiche Jenas werfen, in denen die Straßenbahn seit Jahrzehnten nicht mehr präsent ist und werden - wenn möglich – einen Vergleich mit der heutigen Situation ziehen.

Dazu beginnen wir am Teichgraben, verfolgen die Linie bis zur Papiermühle, kehren in die Innenstadt zurück und betrachten die Bahnhöfe.

Beginn am Johannistor, Johannisstraße
Stadtrundgang mit Hans-Jürgen Gebauer, Jena Tourist-Information

Ein Bagger über Resten von Schrott und Schutt ©Bildzitat aus: Jenoptik (Hrsg.) "Umbruch - Abbruch - Aufbruch: Fünf Jahre Jenoptik", Jena,1996

Ab 1880 entstand auf den Kraut- und Gemüsefeldern südwestlich der Jenaer Innenstadt Stück für Stück das Hauptwerk der Firma Zeiss. In der knapp 150-jährigen Geschichte des Standortes wird immer verändert und erneuert. Die Gründungsbauten erweisen sich als zu klein und werden durch moderne und größere ersetzt. Architektonische Kleinode entstehen und sind bis heute erhalten. 
Beginnend mit den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989/90 vollzieht sich eine Verlagerung des industriellen Geschehens an den Rand von Jena.  Das Areal des ehemaligen Hauptwerkes wird zum Standort für Hotellerie, einer Einkaufsgalerie, Standort von neuen empor strebenden Unternehmen, von Verwaltung und Ämtern und nicht zuletzt ein Campus für die Friedrich-Schiller-Universität. Diesen Wandel verfolgen wir in einem Rundgang zu den wichtigsten Gebäuden und Orten.

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Beginn am Haupteingang des Universitätshauptgebäudes, Fürstengraben 1
Führung durch das Universitätshauptgebäude mit Dr. Babett Forster, Kustodie der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Modell vom Stadtschloss Jena Das verlorene Modell des Stadtschlosses ©Stadtmuseum Jena

Die Entscheidung war gefallen: Das alte Jenaer Stadtschloss, ein prägender Mittelpunkt der Stadt, sollte einem neuen Kollegiengebäude der Universität weichen. Um diese Zäsur in der Stadtgeschichte festzuhalten, ließ Paul Weber, der Direktor des Stadtmuseums, Zeichnungen und Fotografien anfertigen, die den Zustand des Schlosses kurz vor dem Abriss 1905 dokumentieren. Doch nicht alles sollte verschwinden: Der Architekt Theodor Fischer bewahrte Teile des alten Baus und integrierte sie in seinen Neubau – als Zeugnisse vergangener Architekturgeschichte, die bis heute sichtbar sind. So ist das Hauptgebäude der Universität nicht nur baulicher Ausdruck einer akademischen Moderne, sondern erzählt auch von der höfischen Vergangenheit Jenas.

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2

Dokumente und Bilder zu den verschwundenen Bauwerken Jenas aus den Beständen der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek
alte Fotoaufnahme mit Blicka uf die Johannisstraße und Stadtkirche, zeigt: Alte Universitätsbibliothek Jena Die alte Universitätsbibliothek vor 1945 ©Stadtmuseum Jena

Dr. Joachim Ott, Dr. Uwe Dathe, Ulrich Bohmüller, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

Einige Bauwerke, die einst das Stadtbild Jenas prägten, im Lauf der Zeit aber verschwunden sind, kennen wir nur aufgrund von Bildern und Dokumenten, die in der ThULB aufbewahrt werden. Während einer Führung werden Originalbilder und historische Dokumente zu diesen Bauwerken präsentiert.

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Moderation: Daniela Gruber, Imre Kertész Kolleg Jena

Zur Geburtsstätte der Jenaer Philharmonie
Historisches Foto des Weimarer Hofs in Jena Der Weimarer Hof 1936 ©Stadtmuseum Jena, C.H.

Prof. Dr. Gert-Eberhard Kühne, Philharmonische Gesellschaft Jena e. V.
Leider wird Professor Kühne aus unvorhersehbaren Gründen nicht vortragen können. Die Geschichte der Gründung der Jenaer Philharmonie wird aber vsl. von Dr. Rüdiger Stutz vorgestellt.

Nach Auflösung der Akademischen Konzertkommission 1933 wurde der Berliner Professor Gustav Havemann als Leiter der „Reichsmusikerschaft“ veranlasst, frühere Initiativen des einst in Jena wirkenden Max Reger zu einer städtischen Orchestergründung wieder aufzunehmen und kulturpolitisch auszuspielen. Unter seiner Einflussnahme und Leitung fanden nunmehr für ein neu zu gründendes „Städtisches Sinfonieorchester Jena“ in den Monaten September und Oktober 1934 die Auswahlverfahren und Probespiele im damaligen Hotelrestaurant „Weimarischer Hof“ statt. An dieser Stelle befindet sich heute die „Drogerie Müller“. Anhand von Außen- und Innenaufnahmen des Hofes berichtet Prof. Dr. Gert-Eberhard Kühne im Namen der Philharmonischen Gesellschaft Jena e.V. und erinnert an dieses Ereignis.

Jenas flüchtige Großsiedlung
Schwarz-weiße Luftaufnahme von Gebäuden Eine Luftaufnahme des KZ-Außenlagers in Jena ©GDI-Thüringen

Die Lager der NS-Zeit am Beispiel des Reichsbahnausbesserungswerkes

Dr. Marc Bartuschka, Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte

Manche Hinterlassenschaften der NS-Zeit sind bis heute im Stadtbild präsent, wie einzelne der Hochbunker. Es gab aber Bauten, welche das Leben in der Stadt in noch höherem Ausmaß prägten, und doch von Anfang an Provisorien waren: die zahlreichen Barackenlager, welche 1939 bis 1945 im Stadtraum entstanden. Quartier für weit über 10.000 Menschen – freie wie gefangene Deutsche, vor allem aber ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge – waren sie Ausdruck einer Politik, die Menschen als Verfügungsmasse behandelte. Dies gilt für kein Lager mehr als für das in der Löbstedter Straße. Begonnen als Unterkunft für wenige Dutzend „Volksdeutsche“ war es am Ende Gefängnis für rund 1.000 Buchenwald-Häftlinge, die im benachbarten Reichbahnausbesserungswerk schuften mussten. Der Vortrag von Marc Bartuschka thematisiert an diesem Beispiel den flüchtigen Lagerkosmos in Jena.

"Der kommende Luftkrieg". Zur Geheimplanung des Flak-Standortes Jena 1936/37
Im Jenaer Forst deuten Steine eine Grundmauer an Ein Modell der früheren Bebauung auf dem Forst ©JenaKultur

Dr. Rüdiger Stutz, Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ (ehrenamtlich)

Im Frühsommer 1938 begannen auf der Ammerbacher Platte die Bauarbeiten für eine Flak-Garnison im Jenaer Stadtwald. Die Kaserne wurde bis 1940 errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg von einer sowjetischen Raketeneinheit belegt und 2007/2008 abgerissen. Die Ausführungen konzentrieren sich aber auf die Geheimverhandlungen, die im Vorfeld des Kasernenbaus zwischen dem Jenaer Oberbürgermeister, dem Vorstand des Stiftungsunternehmens Carl Zeiss, Jena und verschiedenen Dienststellen der deutschen Luftstreitkräfte geführt wurden. Der Beitrag bezieht sich entsprechend der ausgewerteten Unterlagen aus dem Landesarchiv Thüringen und dem Carl Zeiss Archiv in erster Linie auf die Vorkriegsjahre 1934 und 1936/37. Kurz vorgestellt werden die zu dieser Zeit propagierten Visionen über den „Luftkrieg der Zukunft“ und die – letztlich falschen – Vorannahmen über die verheerenden Auswirkungen schwerer Bombenangriffe auf die Industrieanlagen feindlicher Mächte und die damit verbundene Demoralisierung der Zivilbevölkerung. Vor diesem Hintergrund wird am Fallbeispiel Jena diskutiert, warum im Jahr 1934 der Stadt und der ortansässigen Großindustrie der Status einer „besonderen Luftgefährdung“ zunächst nicht zuerkannt wurde, obwohl mit der zuständigen militärischen Behörde in Dresden bereits die Standortfrage abgestimmt worden war. Abschließend informiert der Beitrag über die Ende 1936 getroffene Entscheidung, perspektivisch sogar eine ganze Flak-Abteilung in die Stadtregion Jena zu verlegen, inwieweit dieser Plan tatsächlich umgesetzt wurde und welche infrastrukturellen Vorleistungen seitens der Stadtverwaltung dazu erforderlich waren.

Beginn am Haupteingang der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Stadtrundgang mit Max Pellny, Stadtmuseum Jena

Rinne im Boden des Karmelitenkloster Jena Das Karmelitenkloster ©Max Pellny

Klöster in Jena? Vor 500 Jahren war es mit den Nonnen und Mönchen in unserer Stadt vorbei. An welchen Orten lebten sie, woher kamen sie und wohin sind sie verschwunden? Die Antworten auf diese Fragen wird Ihnen Max Pellny, freier Mitarbeiter des Stadtmuseums und studentischer Assistent am Historischen Institut Jena, auf einer einstündigen Stadtführung näherbringen. Entdecken Sie die fast verlorenen Spuren des klösterlichen Lebens und bringen Sie gerne ihre Fragen mit.

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Beginn im Romantikerhaus, Unterm Markt 12A
Führung vor Originalen mit Max Pommer, Romantikerhaus

Historisches Bild vom alten Romantikerhaus Das alte Romantikerhaus in der Leutragasse ©Stadtmuseum Jena

Viele Jahre galt das heutige Romantikerhaus Jena als das historische Gebäude, in dem sich um 1800 die Jenaer Frühromantiker zusammenfanden. Heute wissen wir, dass dieses Wohnhaus zusammen mit einem Großteil der historischen Altstadt 1945 zerstört wurde und nur noch wenige Zeugnisse an das lokale Zentrum der Frühromantik erinnern.

Die Führung möchte an das verlorene Romantikerhaus in der ehemaligen Leutragasse 5 erinnern. Sie zeichnet an ausgewählten Originalen nach, wo die Jenaer Frühromantiker lebten und wie es zur Verwechslung der historischen Stätte mit dem heutigen Museumsgebäude im ehemaligen Wohnhaus des Philosophen Johann Gottlieb Fichte gekommen ist. 

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Zeiss-Planetarium Jena, Am Planetarium 5
Präsentation von Thomas Schmidt, Ernst Abbe Stiftung

Außenansicht Planetarium Jena ©JenaKultur, C. Häcker

Seit 100 Jahren steht das ZEISS-Planetarium neben dem Botanischen Garten. Welche historischen Bauwerke sich unter und rund um das technische Denkmal befinden und teilweise freigelegt wurden, erklärt Thomas Schmidt in einem Rundgang auf dem Gelände. 

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Künstlerische Abendschule Jena, Sophienstraße 18 (Hinterhof)
Ein gemeinsamer Stadtgeschichts-Workshop mit Nadine Jacobi für Großeltern, Eltern, Kinder und Enkel

Historisches Bild einer Straßenansicht Die Leutrastraße um 1800 ©Stadtmuseum Jena

Gemeinsam entdecken wir die spannende Geschichte unserer Stadt! Die Großeltern und Eltern erzählen von früheren Zeiten, zeigen, was an bestimmten Orten stand und wie das Leben hier war. Die Kinder hören zu, stellen Fragen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf: Sie malen Bilder zu den Erzählungen und setzen so Geschichte kreativ in Szene.

In gemütlicher Runde entstehen lebendige Gespräche zwischen Jung und Alt – und bunte Erinnerungen für alle!

Gern können eigene Fotografien mitgebracht werden, die als Anregung für eigene Bildmotive dienen können. Farben und Papier stehen bereit.

Beginn am Haupteingang der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Stadtrundgang mit Barbara Halle, Jena Tourist-Information

Schwarz-weiß Foto von Ruinen eines Hauses Die zerstörte Druckerei Neunhahn 1945 ©Stadtmuseum Jena

Schon seit der erste Band der Jenaer Luther-Ausgabe 1555 erschien, gab es in unserer Stadt den Buchdruck und das Verlagswesen. Nach einigen Höhen und Tiefen gehörte Jena Anfang des 18. Jahrhunderts sogar zu den führenden Buchhandelsstätten in Deutschland. Wo wurden die Bücher und Schriften hergestellt und unters Volk gebracht? Können wir heute noch Spuren im Stadtbild finden oder sind sie alle verschwunden?

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Beginn am Haupteingang zum Collegium Jenense, Kollegiengasse
Führung mit Dr. Enrico Paust, Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie

Historisches Foto von einer Kirche Kollegienkirche und Nonnenplan von der Kollegiengasse aus, 1907 ©Stadtmuseum Jena

An keinem anderen Ort in der Stadt Jena ist es möglich, über 450 Jahre Universitätsgeschichte so unmittelbar zu erleben, wie im Collegium Jenense. Die Gebäude, Anbauten und Anlagen um den Innenhof der Kollegiengasse 10 zeigen in einer einzigartigen Weise die wechselvolle Entwicklung der Jenaer Universität seit Beginn des ersten akademischen Unterrichts im Jahr 1548. Hier befand sich einmal das Dominikanerkloster, das in großen Teilen über die Jahrhunderte in verschiedener Weise für den Universitätsbetrieb genutzt wurde. Hier waren bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Dekane und der Rektor untergebracht, hier tagten die Fakultäten und die universitären Gremien. Dieses einzigartige Ensemble wird seit Ende 2018 in einem interdisziplinären Projekt erforscht und soll zukünftig wieder verstärkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wir bitten um Verständnis, dass die Führungen und Stadtrundgänge nur eine Kapazität von maximal 25-30 Personen haben.

Ein animierter Fulldome Film zum 400. Geburtstag von Erhard Weigel.

360-Grad-Filmvorführung im Domzelt in der Imaginata Jena, Löbstedter Straße 67

Historisches Foto vom Weigelschen Haus Jena Das Weigelsche Haus ©Stadtmuseum Jena

Erhard Weigel wirkte bis 1699 in Jena. Fast zwei Jahrhunderte später wurde sein Haus, das „Weigelsche Haus“ abgerissen, und das obwohl es zu den Sieben Wundern Jenas gehört. Zu Weigels 400. Geburtstag erinnert dieser Fulldome-Film von Sergey Prokovyev und Alexandra Wolf an den bedeutenden Mathematiker, Astronomen, Pädagogen und Philosophen und ermöglicht Einblicke in seine Zeit, sein Leben und sein wunderbares Haus. 

Wir bitten um Verständnis, dass die Filmvorführung im Domzelt nur eine sehr begrenzte Teilnehmendenzahl hat. Um einen Platz zu sichern, empfehlen wir die Anmeldung unter huebner@sternevent.com.

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Moderation: Fridtjof Florian Dossin, Institut für Graue Energie e. V.

Die Amputation der Mitte. Der Verlust des Jenaer Stadtzentrums, 1806 – 1945 – 1969
Alte Postkarte vom Eichplatz Jena Eichplatz, Postkarte um 1912 ©Stadtmuseum Jena

André Nawrotzki, DominoPlan

Im Laufe der Geschichte einer jeden Stadt verschwinden Gebäude, machen Platz für neue Bauten oder für Straßen. In Jena verschwanden jedoch in Folge von drei "Großereignissen" ganze Quartiere. Der Vortrag stellt diese Ereignisse und ihre Wirkung bis in die heutige Zeit dar.

verschwunden – entdeckt – versteckt. Umgang mit Befunden und Funden im Zuge von Umnutzungen
Innenaufnahme eines baufälligen Gebäudes Zwätzen, Altes Gut/ehemalige Komturei; Torhaus, 1. OG Erstfassung ©E. Zimmermann

Elke Zimmermann, Untere Denkmalschutzbehörde Jena

Arbeiten am Bestand setzen immer dessen genaue Kenntnis voraus. In besonderem Maße gilt dies für unseren geschützten Bestand, unser kulturelles Erbe. Manchmal gibt es ausführliche Bauakten, Beschreibungen und bildliche Darstellungen. Aber erstens ist dies nicht immer der Fall, zweitens müssen Planzeichnungen und Baubeschreibungen oder -anträge nicht zwangsläufig identisch mit der Ausführung sein und drittens erleben die meisten Objekte zeitlebens kleinere oder größere Umgestaltungen. 
Deswegen sollten am Beginn der Planungen spätestens aber begleitend dazu entsprechende bauhistorische und restauratorische Untersuchungen erfolgen. 
Manchmal bringen diese Untersuchungen lange Verschwundenes und längst Vergessenes wieder zum Vorschein. Was Denkmalpfleger und Historiker freut, ruft bei Bauherren und Planenden gelegentlichen Stirnrunzeln hervor. Zumal diese Befunde auch manchmal in einem "unsicheren Zustand" sind. Und was bedeutet die Entdeckung für darüberliegende Zeitschichten? Im Vortrag werden einige Beispiele der letzten Jahre, u.a. aus dem Alten Gut Zwätzen, einer Villa in Jena West und einem Universitätsgebäude kurz vorgestellt.

Haus im Sack (Bohlenstube), Oberlauengasse 14
Vortrag von Stefan Kratochwil, Veranstaltung der Erhard-Weigel-Gesellschaft e. V.

Modell des Collegium Jenense Ein Modell des Collegium Jenense mit Weigels Schreibraum im Torhaus ©JenaKultur, C. Worsch

Die Briefe von und an Erhard Weigel, die unsere Kenntnis seines Lebens und Werks um wichtige Informationen bereichern können, sind bisher nicht systematisch gesammelt und für eine Veröffentlichung aufbereitet worden. Im Vortrag wird der über den Stand der Edition berichtet, wobei einzelne Aspekte der Arbeit daran (Auffinden der Briefe, Editionsrichtlinien, Erstellen des Kommentars) vorgestellt werden.

Modell vom alten Stadttor Jenas, dem Neutor Modell des Neutors von Regina Lange ©JenaKultur, C. Häcker

Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2
Moderation: Dr. Jenny Price, Stadthistorik

Im Gespräch mit

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