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Resümee 10. Tag der Stadtgeschichte Jena

Resümee 10. Tag der Stadtgeschichte Jena

Am Samstag, dem 24. Oktober 2020 lud JenaKultur zum 10. Tag der Stadtgeschichte in das historische Rathaus. Werkleiter Jonas Zipf blickte in seinem Eröffnungsplädoyer auf die vergangenen Auflagen zurück: „Die Veranstaltung bot und bietet ein offenes Forum zur Debatte über Konfliktthemen“. Daran beteiligten sich neben Fachleuten auch interessierte Bürger. Durch steigende Corona-Infektionszahlen war die Platzzahl dieses Mal sehr beschränkt. Durch einen Mitschnitt von JenaTV kann die Veranstaltung ungekürzt nachverfolgt werden.

Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz, der federführend für das Programm zuständig war, richtete den Blick im ersten Teil auf die Situation im Frühjahr 1945 in Jena. In den letzten Tagen des Dritten Reichs nahmen Gewalt und Grausamkeit deutlich zu. Sie richteten sich gegen Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Buchenwald-Häftlinge auf dem Todesmarsch. Ein Experte für diese Zeit ist der Historiker Dr. Marc Bartuschka, der neueste Forschungen zu Endkriegsverbrechen vorstellte. Er untersuchte den Bericht eines Zeitzeugen, der erzählte, dass unmittelbar vor dem Einmarsch der Amerikaner am Karl-Alexander-Platz (heute Puschkinplatz) drei Menschen an einem Baum aufgehängt waren. Bartuschka verfolgte ihre Spuren bis in das Anatomische Institut. Stutz verwies in diesem Kontext auf das Online-Gedenk- und Totenbuch der Stadt, mit dem an die Opfer des Terrorregimes gedacht wird: „Wir haben die Verpflichtung, dieses Totenbuch weiterzuführen. Uns erreichen Anfragen weit über Deutschland hinaus.“

Militärhistoriker Jürgen Möller skizzierte in seinem Impulsreferat die letzte Phase der Großoffensive der US-Armee, die zunächst an den zerstörten Saalebrücken stoppte. Durch die gescheiterten Kapitulationsverhandlungen mit der Jenaer Stadtspitze gab es Tote und Verletzte, bevor die Besatzung am 13. April 1945 begann. Möller berichtete detailreich über die ersten Stunden unter dem Military Gouvernment Detachment H5C9, das sich neben dem Schutz der eigenen Truppe um Zwangsarbeiter und Häftlinge, aber auch um die Versorgung und Sicherheit der Bevölkerung in regelloser Zeit kümmerte.

Im zweiten Teil des Stadtgeschichtstages ging es um die Wiedereröffnung der Universität. Stutz referierte zur „Ölmühlen-Konferenz“ am 5./6. Juli 1945, auf der der Beschluss gefasst wurde – der Ausgangspunkt des späteren „Ulbricht-Mythos“. Durch seine Nachforschungen konnte er den Inhalt der Gespräche und die Personen, die an der Sitzung teilnahmen, benennen. Die zentrale Rolle kommt nicht, wie bisher angenommen, Walter Ulbricht, sondern Wladimir Semjonowitsch Semjonow zu, einem hochrangigen sowjetischen Politiker und Diplomanten, dem „Architekten der sowjetischen Deutschlandpolitik“.

Einen unmittelbaren Bezug dazu hatte das Referat von Dr. Matias Mieth über das Wandgemälde „Der Beschluss zur Wiedereröffnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena“ im Plenarsaal des Rathauses, wo der Tag der Stadtgeschichte stattfand. Mieth beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Werk des Dresdner Malers Siegfried Winderlich. Ein Besuch in seinem Atelier bildete den Ausgangspunkt neuer Erkenntnisse zu Entwürfen und dem Zustandekommen des monumentalen Gemäldes. Entsprechend soll die Begleittafel unter dem Wandgemälde im Plenarsaal erneuert werden.

Der 10. Tag der Stadtgeschichte ist ungekürzt zu sehen im Youtube-Kanal von JenaKultur:

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